Viele Menschen haben uns angesprochen und sich für die Vergangenheit und Zukunft dieses Weberhauses interessiert. Wir wollen hiermit versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Aus der Vergangenheit wissen wir nur soviel: Ursprünglich Parzelle: Nowawes 160

Straße:

  • im Jahr 1799 Neue Linden Straße
  • um 1830 Neue Lindenstraße
  • 1875 – 1953 Wilhelmstraße
  • seit 1953 Alt Nowawes

Bautyp: Kolonistenhaus 26`x 36`(8,16 x 11,30 m)

Bautyp aktuell: halbes Kolonistenhaus

Bauzeit: 1764

Schenkung: 1767 /Nr. 160) an C. Pittstadt

Bauherr: Friedrich II von Preußen

Bauträger: General H.W. v. Anhalt

Architekt: Oberhofbaurat H. L. Manger
 

Das Wohnhaus befindet sich auf der ehemaligen Parzelle Nowawes Nr. 160 und gehört somit zum Bestand der ursprünglichen 210 Kolonistenhäuser von Nowawes.

Der Ersteigentümer war durch königliche Schenkung der Maurer Christoph Pittstatt aus Sangerhausen.

Das heutige Haus ist ein eingeschossiges, vierachsiges, zur Hälfte erhaltenes Kolonistenhaus.

Bis ca. 1990 war hier ein Scherenschleifer ansässig. Die nicht mehr vorhandene südliche Haushälfte wurde zugunsten des dreigeschossigen Nachbarhauses Alt Nowawes 40 vor 1900 abgebrochen.

Im Frühjahr 2003 haben wir das Häuschen käuflich erworben und uns sehr gefreut. Die Freude ließ nach, als wir mit den Sanierungsarbeiten begannen. Uns lag viel daran, soviel wie möglich von dem romantischen Ambiente dieses Hauses zu erhalten. Doch mit der nach und nach behutsam vorgenommenen Freilegung der einzelnen Bauteile mussten wir feststellen, dass der Zahn der Zeit doch sehr daran genagt hatte. Wir ließen uns davon nicht beirren, mit handwerklichem Geschick, Hilfe von Familie und Freunden sowie viel Ausdauer wurde jedes Detail restauriert, original nachgebaut oder durch alte Teile vom Trödelmarkt ersetzt.

Vier Jahre hat es gedauert, aber es hat sich gelohnt. Das Haus strahlt wieder eine Atmosphäre aus, die die heute leider selten gewordene alte Gemütlichkeit vermittelt.

Nachdem die Sanierung nun abgeschlossen war, stand die Frage: Wie soll das Weberhaus genutzt werden? Die vielen Interessenbekundungen von Anwohnern, Passanten, Touristen usw. führten dazu, dass wir unseren ursprünglichen Plan, dort ein Büro einzurichten verwarfen. Wir kamen zu dem Entschluss, einen Teil dieses Ambientes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Doch in welcher Form?

Zum Weihnachtsfest 2003 erfüllte mir mein Mann einen lang ersehnten Wunsch und baute mir eine Puppenstube, die alte Kindheitserinnerungen wach werden ließ. So entflammte eine Sammelleidenschaft, die bis heute anhält. Die „Errungenschaften“ stellten wir nach und nach in unserem kleinen Schaufenster aus. Die Resonanz war verblüffend. Ob Kinder oder Erwachsene, viele Menschen blieben stehen und hatten Freude daran.

Also wäre es doch eine Möglichkeit, all die gesammelten und gefertigten Spielzeuge in dem kleinen Laden auszustellen und nicht nur Stück für Stück im Schaufenster. Ein winziges Museum, das den Erwachsenen ihre Kindheitserinnerungen zurückbringt und sie diese ihren Kindern weitergeben können. Die schönsten Erinnerungen im Leben – das sorglose Kinderdasein – geteilt mit den eigenen Kindern und Enkeln.

Im traditionellen Erziehungsverständnis sollten kleine Mädchen im Spiel auf das spätere Führen eines Haushaltes vorbereitet werden. Verschiedene Utensilien aus Puppenküchen verdeutlichen die Techniken für das Herstellen von Lebensmitteln. Das Thema Hauswirtschaft beinhaltet natürlich aus das Einkaufen.

Figuren aus Zinn, Papier, Masse, Zelluloid und Kunststoff stellten Motive und Szenen des täglichen Lebens dar. Sie belegen die hohe Kunstfertigkeit der Zinngießer und Graveure im 19. Jahrhundert.

Heute fast vergessene Medien befriedigten die Schaulust von Kindern und Erwachsenen. Guckkästen und Projektionen in Spielzeugformat dienten im bürgerlichen Haushalt der Unterhaltung und Bildung der ganzen Familie. Faltperspektiven und hinterleuchtete Dioramen boten reizvolle räumliche Darstellungen von historischen Ereignissen und Schauplätzen.

Die Geschichte des Spielzeugs ist vielfältig und mit dieser kleinen Sammlung kann nicht der Anspruch auf Vollkommenheit erhoben werden. Wir hoffen, dass diese kleine Zurschaustellung allen Besuchern genauso viel Freude bringt wie uns.

Auf unserer  Museumsseite finden Sie einige Erläuterungen zu unserer Sammlung und vielleicht bekommen Sie Lust, uns einmal zu besuchen. Es gibt auch die Möglichkeit, wenn Sie für sich oder Ihr Kind/ Enkelkind dieses oder jenes besitzen möchten bestimmte Stücke in traditioneller Handarbeit nachzubauen.